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Bobath

„Bewegung wird eigentlich nicht gelehrt. Vielmehr soll das Gefühl für Bewegung vermittelt werden, und zwar so alltagsnah wie möglich.“
(Berta Bobath, Begründerin der Methode)

Die Bobath Behandlung wurde Ihnen von Ihrem Kinderarzt verordnet bei Säuglingen und Kleinkindern mit Entwicklungsbesonderheiten wie z.B.:

  • Entwicklungsverzögerung
  • Muskelspannungsauffälligkeiten(Hypertonus, Hypotonus, Paresen)
  • Bevorzugung einer Körperhaltung
  • Schiefhaltung des Kopfes mit einseitiger Abflachung des Hinterhaupts
  • Risiko-Babys wie Frühgeborene und Mehrlinge
  • Regulationsstörungen ( vermehrte Erregbarkeit, Schreibabys, Fütter-und Schlafstörungen)
  • Gleichgewichts-und Koordinationsstörungen

Das Bobath-Konzept ist das meistverbreitete ganzheitliche Therapiekonzept auf neuro-physiologischer Grundlage. Das heißt es bezieht den Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit mit ein. Ziel ist:

  • die Erweiterung der Handlungskompetenz zur Erlangung größtmöglicher Selbständigkeit zu fördern
  • die Neugier zu wecken sich selbst und die Umwelt zu erforschen
  • das Wohlbefinden und Bewegungsfreude anzuregen

Im Vordergrund stehen alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten.

Es findet Anwendung:

  • bei Kindern, Säuglingen und Jugendlichen mit Entwicklungsbesonderheiten/Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, asymmetrischer Körperhaltung, Hirnschädigung, neurologischen Erkrankungen … und bei Risikobabys wie Frühgeborene und Mehrlinge
  • bei Erwachsenen mit einer erworbenen Hirnschädigung, zum Beispiel nach einer Hirnblutung oder einem Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose…

Das Bobathkonzept wurde von dem Ehepaar Dr.h.c. Berta Bobath (Physiotherapeutin) und Dr.med. Karel Bobath (Neurologe und Psychiater) in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts entwickelt.

„ Bewegung wird eigentlich nicht gelehrt. Vielmehr soll das Gefühl für Bewegung vermittelt werden und zwar so alltagsnah wie möglich.“ (Berta Bobath)

  • Es handelt sich um ein Behandlungskonzept, das sich auf das Interesse, die Motivation und die Aktivität des Patienten stützt. Es lässt Raum für eine individuelle Gestaltung des Therapieprozesses durch ÄrztInnen, TherapeutInnen, den Patienten und seine Bezugspersonen. Damit ist es ein interdisziplinäres Konzept und erfordert einen engen Austausch zwischen den einzelnen Disziplinen.
  • PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInen und LogopädInnen setzen spezifische Techniken, Methoden und Hilfsmittel ein, die dem Patienten eigenständige, möglichst variable Problemlösungen für seine Handlungsziele ermöglichen und sich günstig auf die Qualität von Haltung und Bewegung auswirken.
  • Die Kenntnis der neurologischen Grundlagen und das Wissen um den Verlauf der verschiedenen Erscheinungsformen von Entwicklungsstörungen bilden die Grundlage für eine vorausschauende Planung fachspezifischer Ziele im interdisziplinären Team.
  • Die im Verlauf der Zeit zu beobachtende stetige Veränderung der Modellvorstellungen über Planung, Steuerung und Erlernen von Bewegungen und Handlungen bedingt Offenheit für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und fordert deren Einbeziehen in die Therapie des Patienten.

Das bedeutet, dass sich das Bobath-Konzept stets weiter entwickelt und somit ein lebendiges Behandlungskonzept darstellt.