Myofasziale Schmerztherapie

Was heißt Myofasziale Schmerztherapie übersetzt?

Myofaszial umfasst das gesamte Bindegewebssystem, welches die Muskulatur umhüllt und welches sich über alle Organe ausbreitet. Dazu gehört z.B. das gesamte Sehnengewebe sowie Gelenkkapsel- und Organkapselgewebe. Die Übergänge vom Muskel- zum Sehnengewebe sind die Bereiche, die durch Überlastung (sich ständig wiederholende einseitige Bewegungen) häufig schmerzhaft werden können.
Myofasziale Schmerztherapie bedeutet demzufolge, dass Schmerzen, die genau an diesem System entstehen, behandelt werden. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Entstehungsort an einer ganz anderen Stelle liegen kann als der Schmerzort.

Wie wirkt diese Therapie?

Man muss sich vorstellen, dass durch Überlastung des Fasziensystems die Funktionsfähigkeit dieses Gewebes herabgesetzt wird. An den überbelasteten Stellen entstehen leichte Entzündungen. Das führt zu einer Strukturveränderung des Gewebes. Es bilden sich z.B. Verklebungen und Verdrehungen im Fasziengewebes, was wiederum zur Folge hat, dass sich die Durchblutung in diesem Bereich verschlechtert. Ein Nähr- und Sauerstoffmangel kann sowohl die nervalen Strukturen als auch das Lymphgefäßsystem dauerhaft schädigen und zu starken Schmerzen führen.
Bei der myofasziale Schmerztherapie wird versucht durch manuelle Techniken diese Problematik aufzulösen. Es verbessert die Faszienbeweglichkeit, wodurch die Gesamtversorgung des Gewebes sich normalisiert und die Entzündungen zurück gehen.

Folgen von Faszienproblemen können z.B. ein kribbelnder Arm/Hände oder ausstrahlende Schmerzen in den Beinen sein. Im Röntgenbild oder MRT findet sich häufig kein Befund, weil die Ursache im Fasziengewebe liegt und nicht in einem Bandscheibenvorfall.

Aufgabe und Funktion der Faszien

Das gesamte Fasziensystem ist ein riesiges Netzwerk, welches den gesamten Körper, stützt und alles miteinander verbindet. Es ist nicht nur die Muskulatur, welche für den Körper eine wichtige Stütz- und Haltefunktion übernimmt, sondern eben auch das Fasziengewebe. Das Fasziensystem sendet ständig mehr Sinneseindrücke an das Großhirn als alle anderen Sinnessysteme (Augen, Ohr, Tastsinn, Geruchssinn, Tiefenwahrnehmung etc.) Demzufolge ist das Fasziensystem viel bedeutsamer als bislang in der Medizin gedacht, auch für das Immunsystem.

Können sich die PatientInnen auch selbst helfen?

Für die Patienten gibt es sehr gute Möglichkeiten z.B. über Eigenakupressur und mit Hilfe der Faszienrolle (auch Black Roll genannt, von welcher wir im letzten Newsletter berichteten) eine verbesserte Beweglichkeit der Faszien zu erlangen.